„Die Strecke war mörderisch“

32. Hochwald-Volkslauf lockte wie stets zahlreiche Läufer aus Nah und Fern nach Weiskirchen – Beagle Nessi erstmals am Start

Bambinis am Start
Bambinis am Start

Es war ein langer, sonniger Samstagnachmittag für alle Läufer im Weiskircher Kurpark. Um 15 Uhr gingen die Bambinis an den Start, gegen 19 Uhr kamen die letzten vom Halbmarathon zurück. Es war aber auch sehr anstrengend für alle Beteiligten auf anspruchsvollem Terrain - nur für eine nicht. Und die aß auch noch eine rohe Bratwurst im Ziel.

 „Aber bitte nicht so laut knallen", rief noch eine junge Starterin, kurz bevor Peter Johag mit seiner Pistole das (doch laute) Signal zum Start des Bambini-Laufes gab. Johag, der erste Vorsitzende des Weiskircher Trimm-Clubs freut sich ganz besonders über das große Teilnehmerfeld der ganz Kleinen: „Wir bieten den Bambini-Lauf nun zum zweiten Mal an und es sind doppelt so viele Kinder am Start wie im Jahr zuvor.“

Als die Kleinen direkt im Anschluss schon auf dem Karussell saßen, ihre Urkunden präsentierten und kleinere Sturz-Blessuren durch intensives Pusten zu heilen versuchten, gingen bereits die Schüler an den Start im Kurpark. Die 1500 Meter lange Strecke gewann Janek Kletke, auch der älteste von 25 Teilnehmern, souverän. Ihm folgten Jannick Nimmesgern vom LC Schmelz, sowie Jamina Holbach, die für den LV Merzig ins Rennen ging, ins Ziel.

Der Kurpark füllte sich dann mit vielen Läufern, die sich warmliefen für die anstehenden längeren Distanzen. Einer von ihnen, der rüstige 55-jährige Herrmann Sorgen aus Steinberg, nutzt den Zehn-Kilometer-Lauf aus folgender Motivation heraus: „Im September laufe ich den Berlin-Marathon, dazu will ich diesen, wenn auch sehr anspruchsvollen, Volkslauf als Training nutzen. In 53 Minuten will ich die Strecke schaffen.“

Herrmann Sorgen im Ziel
Herrmann Sorgen im Ziel

Und in der Tat ist der Hochwald-Volkslauf bekannt und berüchtigt für seine anspruchsvolle Strecke, an deren Steigungen nicht nur Sorgen verzweifeln sollte. Während die Läufer auf der Halbmarathon- und Zehn-Kilometer Distanz im Wald unterwegs waren, kamen die Läufer der Fünf-Kilometer Strecke ins Ziel. Allen voran Fabian Schon vom LV Merzig. Der Fünftklässler aus Büdingen bewältigte die Strecke in achtbaren 21 Minuten. Von daher ist es verständlich, wenn er sagt, dass „ihm die Schülerstrecke zu kurz sei.“ Ihm folgte Ernst Kletke von der TG Konz ins Ziel. Dritter wurde Daniel Biel vom SV Saar 05.

Fabian Schon aus Büdingen
Fabian Schon aus Büdingen

Das größte Teilnehmerfeld bot wie gewohnt der Volkslauf über zehn Kilometer: Hier gingen 108 Läufer auf die Strecke, die sich, angesichts der Streckenverhältnisse, sehr achtbar schlugen. Mit einem Abstand von nur 30 Minuten auf den schnellsten Läufer Rainer Augustin (40:52) kam der letzte Teilnehmer ins Ziel. Und Herrmann Sorgen? Die von ihm anvisierte 53. Minute verstrich. Die 54. Minute auch, die 55. Minute ebenso. Wo ist Sorgen? Nach 58 Minuten kam er dann um die Ecke und schleppte sich mit hochrotem Kopf ins Ziel. „Die Strecke ist mörderisch“, rang er nach Luft und Wasser. „Es ging so gut wie nur berghoch.“

Nach dem Start des Fünf-Kilometer Laufs
Nach dem Start des Fünf-Kilometer Laufs

Doch auch vom Lauf über fünf Kilometer kamen noch Teilnehmer ins Ziel: So auch Rosi Gilla aus Rüdesheim bei Bad Kreuznach, die mit ihrer Beagle-Hündin Nessi ins Rennen ging. „Ich habe erst kürzlich mit dem Laufen angefangen und es ist mein zweiter Lauf“, erzählt Gilla. „Beim ersten Mal durfte Nessi nicht mit, hier in Weiskirchen schon“, freut sie sich. Für Johag auch kein Problem: „Der Hund hat bezahlt und eine Nummer bekommen, darf also auch starten.“ Und das sogar mit einem Chip zur Zeitmessung am Halsband. Leider kam Nessi als letzte ins Ziel, weil Frauchen Rosi Gilla auf der Strecke etwas einbrach: „Die Steigung war zuviel, ich bin als Anfängerin erstmal nur flache Strecken gewohnt.“

Während alle Läufer zufrieden mit ihren Leistungen im Zielbereich ihren Wasserhaushalt optimierten, lag auch Nessi zufrieden und gar nicht erschöpft mit ihrer Belohung im Gras: Einer großen, rohen Bratwurst – eben einer andere Art von „Medaille“.

32. Hochwald-Volkslauf Weiskirchen

 

1,5 Kilometer Schülerlauf:

1. Janek Kletke (TG Konz) 4:16; 2. Jannick Nimmesgern (LC Schmelz) 4:29; 3. Jamina Holbach (LV Merzig) 4:31.

 

Fünf Kilometer Schnupperlauf:

1. Fabian Schon (LV Merzig) 21:13; 2. Ernst Kletke (TG Konz) 21:20; 3. Daniel Biel (SV Saar 05) 22:09.

 

10 Kilometer Volkslauf:

Frauen: 1. Pia von Keutz (TG Konz) 43:32; 2. Tanja Wilhelm (SV Saar 05) 50:15; 3. Agnes Heinz (LSG Schmelz-Hüttersdorf) 50:43.

Männer: 1. Rainer Augistin (ohne Verein) 40:52; 2. Peter Baldauf (TV Düppenweiler) 40:55; 3. Markus Hilgers (Haco Intersport) 41:52.

 

Halbmarathon:

Frauen: 1. Julia Keck (La-Team Saar) 1:29,38; 2. Heike Brücker-Boghossian (SV Saar 05) 1:38,02; 3. Marion Jakobs (SV Saar 05) 1:38,02.

Männer: 1. Patrick Leidinger (LSG Schmelz-Hüttersorf) 1:19,25; 2. Carsten Herrmann (ohne Verein); 3. Philippe Babe (Courez avec nous) 1:20,57.