
Hinfahrt am 13.2.2026
Um 14 Uhr komme ich in Bodenheim weg und mir ist der kommende Feierabendverkehr auf der A3 bewusst. Bereits hinter dem Flughafen Frankfurt ging der stockende Verkehr los. Zwei Mal musste ich anhalten und richtig böse pinkeln – danke Ananas-Saft.
Ich hatte mir zwei Ziele als Zwischenstation auf diese Route gelegt. Letztlich habe ich es aber nur geschafft, den jüdischen Friedhof von Erlangen zu besuchen. Im letzten Tageslicht stand ich vor einem hohen Tor, verschlossen, und dem ebenso hohen, rundum laufenden Zaun. Ich ging links herum, kletterte am Hang entlang und konnte wenigstens mit der kleinen Sony noch 2-3 Fotos als Gesamtansichten machen. Allerdings war mir die kletternde Bewegung am Hang auch ganz recht nach einer Autobahn-Fahrt, die bislang 45 Minuten länger als geplant dauerte.
Das zweite Ziel in Georgensgmünd musste ich ersatzlos streichen. Das Navi führte mich fortan südlich zu meinem Zielort Rapperszell. Es war so dunkel auf der Autobahn und ich hatte keine Courage mehr für eine zügige Fahrt – also fuhr ich nun für etwa 50 km einem LKW hinterher.
Das letzte Stück auf der Landstraße lag in völliger Dunkelheit. Ich hatte keine Vorstellung davon, wie die Landschaft rechts und links der Straße aussah.
Schließlich kam ich bei Sylvie und Enna an. Enna zeigte mir ihre selbstgemalten Kunstwerke. Abendessen.
Sylvie hatte ich meinen ersten Band der Biografie über Opa und Oma übergeben und beim Blättern darin viele Umstände erläutert.

Tag 1; Samstag, 14.2.2026
Um 8 Uhr wurde gefrühstückt. Der Tag wurde nass, kalt und windig. Ich fuhr nach Weißenburg in Bayern und steuerte direkt den Westfriedhof an. Anschließend fuhr ich zum Netto-Parkplatz, von wo aus ich zu Fuß in die Stadt ging. Hier schätzt man sich glücklich von einer schönen Stadtmauer umgeben zu sein, die alle 50 Meter einen Turm vorweisen kann. Einer davon war noch in besonderer Weise rund statt viereckig gebaut.
Innerorts war Wahlkampf. Dem CSU-Kandidaten für das Bürgermeisteramt (Tobias Kamm; von Weißenburg – für Weißenburg) musste ich aber die Annahme seiner Wahlwerbung verweigern – was hätte ich damit auch anfangen sollen? Immerhin: Er wollte sich um mich bemühen – andere Parteien wollten das nicht.
Auf meinem Rundgang geriet ich schließlich in die ev. Kirche St. Andreas. Danke dafür, dass sie offen steht und zu besuchen ist.
Auf dem Westfriedhof dachte ich mir übrigens schon, dass das nicht alles sein kann. Und so kam ich, bereits unterwegs zurück zum Auto, zufällig auf den älteren Südfriedhof. Hier marschierte ich einmal an der Mauer entlang rundherum und sah mir alles an.
Um den Netto, bzw. mein Auto wiederzufinden, musste ich dann tatsächlich noch google maps bemühen. Nun denn, schöner Ort, vielleicht komme ich mal wieder zur Sommerzeit, es gäbe noch einiges zu sehen.
Weiter ging es, eine kurze Fahrt, zum Friedhof Wülzburg. Er liegt am Fuß der gleichnamigen Hohenzollernfestung. Er war klein, die Gräber durchaus interessant.
Weiter fuhr ich anschließend dorthin, wo die Pappenheimer herkommen. Dort liegt ein sehr alter jüdischer Friedhof beiderseits der Hauptstraße und den Teil in Hanglage erkletterte ich. Von dieser Begräbnisstätte ging ich zu Fuß Richtung Ortsmitte, aber regenbedingt kam ich nur bis zum nächsten, kommunalen Friedhof. Hier bewunderte ich die ev. Galluskirche aus dem 9. Jahrhundert, die älteste Kirche im süddeutschen Raum. Danke dafür, dass die Kirche offen zur Besichtigung steht. Im Regen ging es dann weiter fotografierend einmal um den dahinterliegenden Friedhof herum. Eindrücklich erinnere ich mich an das Portrait eines Soldaten, an den hier auf einem Familiengrab gedacht wird.
Zurück zum Auto, zurück nach Rapperszell. Vor dem Straßendorf Göhren rechterhand: ein Friedhof. Nun gut, ich hielt erneut. Dieser Friedhof zeichnet sich besonders durch das Gedenken an die Soldaten aus, die von hier stammten und in den Weltkriegen gefallen sind. Nicht durch Gräber, sondern durch Portraits auf einer Tafel an der Trauerhalle. Laut Aushängen wurde der Friedhof einst für seine Gestaltung prämiert (Goldmedaille 1987).
Endlich wieder im Trockenen und im sehr warmen Haus in Rapperszell angekommen, wärmte ich mir Spaghetti Bolognese und mich selbst auf. Meine Jacke, Handschuhe und Schuhe trockneten an der Heizung. (Die Soße war formidabel gewürzt, ein Lob an dieser Stelle an die Köchin!)
Kurioserweise habe ich mir für den weiteren Tagesverlauf keine Notizen mehr gemacht und rückblickend fällt mir auch nichts weiter ein – außer die Bundesliga auf dem Handy. Den Ofen in der Küche neu zu befeuern habe ich mir noch erlaubt, nachdem das Feuer zur Neige ging.
Es war übrigens an allen Tagen der Fall, dass die Abende müdigkeitsbedingt sehr kurz waren. Ich war stets früh und äußerst erschöpft im Bett.

Tag 2; Samstag, 15.2.2026
Mein zweiter vollständiger Tag auf der Fränkischen Alb begann wieder mit einem Frühstück um 8 Uhr morgens in Rapperszell. Anschließend fuhr ich nach Neumarkt in der Oberpfalz, wo ich direkt den jüdischen Friedhof, aber auch den danebenliegenden Städtischen Friedhof (an der Regensburger Straße) ansteuerte. Zunächst führte ich eine größere fotografische Runde über diesen letztgenannten Friedhof durch. In der kleinen Kirche auf dem Friedhof (St. Jobst) läutete es zu dieser Zeit zur Messe. Die Gestaltung des Friedhofs habe ich als durchweg positiv und vielseitig in Erinnerung.
In einer Ecke fotografierte ich den separat liegenden jüdischen Friedhof über die Mauer. Auf der anderen Seite, an der Gießereistraße gelegen, war die Tür zu diesem Friedhof versperrt. Der Telebrennweite sei Dank konnte ich mir ein paar wenige Grabsteine heranzoomen. Das einstige Tahara-Haus ist in privater Hand – und der Friedhof ist sozusagen der „Garten“. Neben den hohen Grabmalen stapeln sich hier auch bunte Kisten fränkischer Brauereien.
Anschließend ging ich noch zu Fuß in die Stadt, die zentrale Straße einmal hoch und runter. Ein schönes Panorama der optisch ansprechenden, bunten Häuser wäre gegeben – aber die parkenden Autos in Kombination mit Baustellen und Wahlwerbeplakaten – naja. Ich sah mir noch, in einer Parkanlage im Dreieck zwischen Ingolstädter- und Regensburger Straße gelegen, die Gedächtnisstätte für diejenigen Soldaten von vor Ort an, die in den jeweiligen Kriegen geblieben sind – deren Anzahl erschien mir als sehr hoch.
Gegenüberliegend fand ich zufällig das Maybach-Museum – was ich allerdings nicht fand, war der Eingang. Also kein Besuch in diesem Museum. Schade!
Extrem genervt war ich vom anschließenden Verkehr und seiner Führung stadtauswärts. Stockender Verkehr am Sonntagvormittag, mindestens fünf rote Ampeln in Folge – das ist scheiße!
Weiter ging die Fahrt über Land nach Amberg. Hier steuerte ich sofort den Katharinenfriedhof an der Katharinenfriedhofstraße an. Von seinem Ausmaß, insbesondere in der Länge, war ich sehr überrascht. Durch die Hanglage in seiner Breite und der damit verbundenen Terrassierung ergaben sich dem Fotografen sehr schöne Perspektiven. Natürlich hätte ich mich vor Ort viel länger aufhalten können, doch es warteten zwei weitere Friedhöfe in Amberg. Nach der Besichtigung von Soldatengräbern und einer Art Denkmalanlage für das Infanterie-Regiment 40 ging ich langsam zum Auto zurück. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich mir nichts, als ich eine mir hinterher hastende Frau wahrnahm. Als ich langsam rückwärts ausparkte, sah ich dann im Schulterblick, wie sie auffällig unauffällig mein Auto von hinten fotografierte. Entweder gefiel ihr der Aufkleber der Komet, des Raumschiffs von Captain Future, oder das Emblem der Vereinigten Föderation der Planeten. Oder mein Kennzeichen. Dennoch steuerte ich relativ gelassen den nächsten, den Dreifaltigkeitsfriedhof in Amberg an. Er war ähnlich groß dimensioniert, allerdings eher in viereckiger, denn in langer rechteckiger Form. Ich dachte mir doch: „Wo kommen all die Toten her, die zwei so groß dimensionierte Friedhöfe belegen? Oder ist Amberg so groß?“ Mittlerweile weiß ich aber auch: Es gibt hier noch weitere Friedhöfe.
Dieser Friedhof kennzeichnete sich nun durch seine Hanglage, man kann sagen: er liegt schepp am Hang in historischer Lage zwischen der Regensburger und der Raigeringerstraße.
Lohnt sich noch ein Spaziergang in die City? Nein. Diese Stadt bleibt mir nur durch drei Friedhöfe in Erinnerung – den jüdischen Friedhof besuchte ich als letztes. Hier hielt ich mich tatsächlich auch nochmal etwas länger auf im Verhältnis zu den beiden vorherigen, riesigen Friedhöfen. Dieser Friedhof wird (wieder) von der jüdischen Gemeinde genutzt.
Hiernach: Rückfahrt nach Rapperszell. Einstündiges Warten auf meine Gastgeberin, Schüren des Feuers im Ofen.
Sodann wurde die Absprache getroffen, sich später für das gemeinsame Abendessen in Eichstätt zu treffen. Allerdings sollte ich vorfahren, wodurch ich zwei Stunden für die fotografische Erkundung dieser Stadt bekam. Die erste Stunde brauchte ich natürlich für den Besuch des Friedhofs, Ostenfriedhof genannt. In Kombination mit der letzten Abendsonne, die sich hier erfreulicherweise zeigte, wurde er zu meinem Highlight des Tages. Hier gingen auch mehrere Leute spazierend und Gräber betrachtend umher. Als die Sonne sich verabschiedet hatte, zog ich durch die Stadt. Bischofssitz, Universitätsstadt, allerhand Kirchen. Etliche Kirchen. In der optischen Wahrnehmung vielleicht etwas zu protzig?
Pünktlich um 18 Uhr kamen Sylvie und Enna zum vereinbarten Ort und wir gingen ins Paradeis. Hier sofort zu loben: Günstige Preise! Weizenbier „noch“ für „nur“ 3,90. Ich aß ein Bayrisches Cordon Bleu gefüllt mit Schinken und Obazda. Diese Kombination passte sehr gut und man bekam ordentlich Durst davon. Das Cordon Bleu war, das möchte ich nicht verschweigen, von goldgelber Farbe – und ja, man konnte bei seiner Zubereitung zuhören: In der Küche wurde laut geklopft. Dazu: Hausgemachter Kartoffelsalat mit Salatgurke – gelb und grün für das Auge – nicht schlecht.
Anschließend wanderte auch das Geschnetzelte meiner jungen Sitznachbarin Enna zu einem sehr großen Teil in meinen Bauch, während wir zusammen ein Kreuzworträtsel in der Zeitung lösten.
Tag 3; Montag, 16.2.2026
München mal wieder – nach langer Zeit führte mich mein Weg in die sog. Stadt der Bewegung. Zunächst einmal musste ich aber morgens früh mein Auto in Rapperszell vom nassen Schnee befreien und auch rundherum etwas freischaufeln. Ich fuhr um 8.30 Uhr, der Witterung angepasst, zum Bahnhof Eichstätt. Die Straßen waren frei und geräumt. Freies Parken im Schneematsch. Kurz nach 9 kam die Bahn wie geplant. Mal fuhr sie schnell, mal zuckelte sie langsam. Lektüre: Eichstätter Kurier (am Vortag aus dem Paradeis mitgenommen).
Der Kopfbahnhof München ist ähnlich wie in Frankfurt – nur dass man derzeit nur links und rechts das Gebäude verlassen kann. Nach vorne hin ist eine riesige Baustelle. Überhaupt: München ist so sehr Baustelle, dass auf allen Wahlplakaten damit geworben wird: Wählt mich, ich beende die Baustellen. Und: München bleibt mir nun auch wegen der sehr hohen Anzahl an Obdachlosen und der zahlreich vertretenen Bettel-Mafia in Erinnerung. Die entsprechenden Frauen, auf jeder Ecke von Straßenkreuzungen mindestens eine, sahen alt aus. So alt, als ob sie noch vor dem letzten Krieg geboren wurden.
Ich navigierte mich zu Fuß durch Baustellen zum Alten Südfriedhof. Vor Ort bekam ich spontan eine historische Einführung einer engagiert-interessiert wirkenden Frau, die auch eine Kamera dabei hatte. Sie führte mich gleich zum Grab des Malers Spitzweg. Salbei wächst darauf. Der Friedhof ist sehr langgezogen, die erste dieser Anlagen außerhalb der Stadtmauern und, so wurde mir versichert, man findet zu allen Jahreszeiten immer nochmal etwas Neues, wenn man sich historisch und fotografisch interessiert. Man kann hier nie alles gesehen haben.
Ich hielt mich auf der Mittelachse, schnee-, matsch- und zeitbedingt, bis ich am Ende auf die Kapuzinerstraße stieß. Die Entfernung zum alten jüdischen Friedhof zu Fuß hatte ich etwas unterschätzt, aber per Bus kam ich zügig etwas schneller in die von mir gewünschte Richtung südwärts.
Der alte jüdische Friedhof ist nicht zu besichtigen. Weil dort aber gerade zwei Mitarbeiter auf eine Besuchergruppe aus Israel warteten, konnte ich schnell von einem der beiden, es waren auch nur fünf Minuten, über den Friedhof geführt werden. Danke an dieser Stelle für seine Erläuterungen und die Gastfreundschaft.
Viele Gräber liegen hier wie im Wald, unter hohen Lebensbäumen. Rutschig war der Bodenbelag auf der Hauptachse (gewölbtes Kopfsteinpflaster) und die Sonne schien dem Fotografen wohlgesonnen und tief durch die Zweige.
Vor einigen Jahren wurde hier eine Beisetzung vorgenommen und das entsprechende Grab wurde mir auch gezeigt: Es handelt sich um das Grab von Ulrich Siegel, ein Neffe des Kurt Landauer (mehrfacher Präsident und Ehrenpräsident des FC Bayern). Siegel selbst wird der Schickeria-Fangruppierung in einer Art leitenden oder vorstehenden Funktion zugeordnet.
Dankbar verabschiedete ich mich und fuhr mit der U6 nach Garching bis Alte Heide. Dort wollte ich den neuen jüdischen Friedhof besuchen. Nach zweimaligem Klingeln und der Frage, ob ich denn Mitglied der Gemeinde sei, wurde ich mit Verweis auf ein Fotografierverbot auf diesem privaten Friedhof wieder weggeschickt.
Aber ich musste ja nicht weit weg gehen, denn der große Nordfriedhof liegt in unmittelbarer Nähe. Ich fand per Zufall die Gräber der Schauspieler Annemarie Wendl und Johannes Heesters.
Mit der U6 fuhr ich zurück bis Sendlinger Tor und kämpfte mich von dort vor zum Quotidiano am Gärtnerplatz. An diesem Ort traf ich mich mit einer entfernt verwandten Frau großväterlicherseits (mein Uropa und ihr Opa waren Brüder) und ich durfte ihr die dreibändige Biografie über die Familie Spang verkaufen.
Nachdem ich hier einen Cheeseburger aß, hatte ich beide Objektivdeckel beim Aufbruch liegengelassen und vergessen. Irgendwann musste es ja mal so weit sein.
Um die geplante Bahn zurück nach Eichstätt im Hauptbahnhof zu bekommen, musste ich mich sehr beeilen. Ich wollte das zu Fuß erledigen, über Viktualienmarkt und Stachus, aber spätestens dort ging ich für eine Station in die U-Bahn.
Die Bahn wartete, rappelvoll und bereits abfahrbereit, auf mich als einen der letzten Fahrgäste. Ich schaffte es aber noch, nach ganz vorne zu gehen, bevor um 16:25 Abfahrt war. In Dachau und spätestens in Ingolstadt wurde es leerer im Abteil. In Eichstätt war fast kein Fahrgast mehr drinnen und nur die allerwenigsten fuhren wohl bis zur Endstation Treuchtlingen.
Im Schneematsch stand mein Auto nun nicht mehr. Aber die nächsten vier bis fünf roten Ampeln in Folge in Eichstätt verlängerten meine Rückfahrt nach Rapperszell.
Hier war nun der letzte Abend meiner Franken-Reise angebrochen. Mit Enna spielte ich Mau-Mau, es wurde gerechnet und lesen geübt.
Rückfahrt am 17.2.2026
Der Tag begann mit einer getrennten Fahrt zum Pferd Maja in Eberswang. Hier war es mein Auftrag fotografisch tätig zu werden: Frau mit Pferd.
Verabschiedung von Sylvie und Enna vor Ort.
Erstes Ziel auf der Rückreise: jüdischer Friedhof in Bechhofen. Anschließend: jüdischer Friedhof Öhringen. Auf diesem Friedhof interessant: Gräber von Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg.
Letzter Stopp: Affeltrach. Der jüdische Friedhof liegt außerhalb und entlang eines Weges, unter hohen Bäumen und rechterhand am Hang. Wie in Bechhofen sind hier uralte Grabsteine zu finden.
Um 17 Uhr war ich zuhause.
