Erinnerung an den / Zusammenfassung des Vortrags von Maximilian Fichtner in der Aula der VHS in Mainz am 9.1.2026
An der Uni in Mainz an Silvester sah ich ein Plakat, worauf aber nicht stand, dass der Graf Dracula zum Fest geladen hat. Vielmehr ging es um E-Mobilität, den Antrieb der Zukunft in welcher Form auch immer und die Energiespeicherung in ebenso ferner Zeit.
Eingeladen war ein jeder, zwar nicht Dr. Frankenstein, aber als ich am 9.1.2025 eine Viertelstunde vor der Zeit in die Aula der VHS in Mainz ankam – da war bereits kein Sitzplatz mehr frei. Rappelvoll. (Mein erster Gedanke: Wie alt muss ich werden, um nicht mehr der Jüngste im Raum zu sein?) Um die 50 Personen fanden keinen Sitzplatz mehr und so sah man viele Zuhörer stehend mit weißem Wein und Laugengebäck für lau in der Hand. Ich selbst saß auf der Bühne am Rand, auf abgewetztem Parkett – dem Referenten gegenüber.
Das Publikum, ich tat ihm unrecht – manche waren doch eher in meinem Alter, war männlich wie weiblich ausgeglichen. Manche sahen nach Alt-Hippies aus. Vereinzelt weiße Masken auf den Gesichtern, wie heißen die? TFP? Ein Chinese.
Ich schließe die Augen und lausche dem Lautgemurmel der Stimmen im Saal. Verstehe kein Wort, denke mir aber: So muss es im Borg-Kollektiv sein.
- Atomkraft ist vorbei. Der Abbau und die Verarbeitung, Lagerung und Entsorgung von Uran - das wird sich keiner mehr antun wollen. Von sechs Mio. verfügbaren Tonnen auf der Welt sind nur (noch) 2,1 Mio Tonnen Uran „einfach“ abbaubar. In überschaubarem Zeitraum.
- Es bedarf der dauerhaften Lösungen: Photovoltaik und Wind – beides muss in Kombination gesehen werden, beides ergänzt sich in seiner Verfügbarkeit. Ja, nachts ist die Sonne aus. Aber Wind weht.
- Wenn der Verbrenner-Motor heute erfunden würde, würde er nicht genehmigt werden. (Sicherheitsbedenken)
- Zur Treibhausgas-Bilanz im Jahre 2025 trug die Produktion von E-Fahrzeugen zu 75 % weniger bei als die Produktion von Verbrennern.
- Der Alfa Spider des Referenten hat eine Reichweite von 500 km.
„Waren sie mal in Shanghai?“, fragte der Referent. Woraufhin sich der Chinese im Saal zaghaft meldete.
„Dort hören Sie auf der Straße nichts mehr. Es sei denn, einer hupt.“
Was sagt das über Luft- und Lebensqualität aus?
Ladekapazität? Hat jeder öffentliche- und jeder Supermarkt-Parkplatz.
- Bildimpuls: Verbrenner-Motors aus einem BMW X5 (ohne Abgas- und Tankanlage) neben einem Motor Tesla Model S. Mein Danke: Was für ein Klopper bitte ist so ein SUV-Motor? Wie kommt man da irgendwo dran, wie repariert man sowas?
- Der Umsatz deutscher Autobauer liegt zu 70 % im Export. Mercedes produziert in Deutschland nur für einen Umsatz von 12 % im Inland.
- „The old world is dying, while the new world struggles to be born.“
Dazu: Zwischen zwei Kurven, in einem Diagramm dargestellt, liegt das sog. Tal der Monster. Und darin befindet sich dich Automobilindustrie derzeit.
Sodann zeigte der Referent eine Kostenkurve zu E-Autos; 2014 kostete ein solches etwa 80.000 Euro. Kosten projiziert auf 2030: 5000 Euro
Zum Vergleich: Was kostete von 10 oder 20 Jahren ein Flachbildschirm?
Zum Thema E-Mobilität in Bus & Trucks:
- Mehrere Länder haben ihren ÖPNV bereits zu 100 % elektrisch.
- E-LKW fahren von Osnabrück bis Ankara ohne Probleme und sind über die Alpen schneller als Verbrenner.
Die Investitionskosten sind ohne Frage hoch, aber die Einsparung (billigere Fahrtkilometer) ist enorm. Wie werden sich die Speditionen entscheiden?
Es folgten dann die Ausführungen des Referenten über Aufbau- und Funktionsweisen von Batterien. Der erste Lithium-Ionen-Akku steckte 1991 in einem Camcorder von Sony.
Auch wenn dem Ingenieur bekanntlich nichts zu schwör ist und er das Problem bereits gelöst hat, bevor ich es hör` - so kommt doch hier noch ein hohes Maß an Chemie hinzu und da habe ich mich gedanklich ausgeklinkt.
Es ist bekanntlich viel Platz im Kleinen. Das weiß ich Sehr viel.
Effizienz und Nachhaltigkeit in Batterien steigern sich von Jahr zu Jahr.
Eine gute Stunde ging der Vortrag und ebenso lange hätten Fragen gestellt werden können und wollen, was die Dame von der VHS aber irgendwann, mit einer Flasche Wein in der Hand – unterband.
Wie es denn um die Lebensdauer einer Batterie bestellt sei und wie sich das finanziell rechnet?
- Eine Batterie im E-SUV rechnet sich ab 40.000 km. Im Tesla S-Modell bereits nach 8500 km.
Entsorgung / Recycling?
- Es gebe in Deutschland knapp 40 Firmen, die Batterien recyclen. Die Auftragslage sieht aber nicht gut aus in Bezug auf die Lebensdauer der Batterien.
Dem vielen Input in meinem Kopf habe ich noch das Maß einer Flasche voll an Wasser hinterhergeschüttet.
Der Kobold wurde übrigens nach Kobalt benannt – ob der Referent das auch wusste?
In jedem Fall von mir ein großer Dank für diesen Vortrag.
