"Die Fahrt war zügig und zugig." - Südtirol über Ostern 2026

Die umfangreiche Bilder-Seite zu diesem Reisebericht befindet sich hier.

Sigmundhof in Pinzagen
Sigmundhof Pinzagen

1. Tag, Hinfahrt am 31.März 2026

 

„Der Friedhof in Karthaus, einem Nebental in Südtirol bei Meran, ist der schönste Friedhof, den ich kenne.“ – so wurde mir von einer Friedhofsgängerin auf dem Alten Südfriedhof in München berichtet, den ich im Februar 2026 besucht habe.

Also musste ich dorthin, und bereits Anfang April 2026 war ich dort. Der vorliegende Reiseberichtschildert den Verlauf dieser Reise, die ich gemeinsam mit meinem Reisebegleiter und Fahrer Roman unternahm - dessen Mercedes Coupé uns schnell und zuverlässig über die Alpen brachte. Ehrlich gesagt hatten wir auch nur eine einzige Rast im Württembergischen eingelegt und waren daher bereits mittags um 16.30 an der Ferienwohnung vor Ort.

Abfahrt in Weiskirchen war um 8 Uhr, aber wir kamen dann doch erst um 8.30 weg, weil Romans Aufenthalt in der Bäckerei Gillen im Netto-Markt in Weiskirchen noch etwas länger dauerte. Die Fahrt ging über Kaiserslautern, Mannheim, Heilbronn, Stuttgart bis zum Grenzübergang Füssen / Reutte. Alles in allem verlief die Fahrt so, wie man sie sich gegenseitig wünscht: ruhig und problemos. Hinter Reutte, auf österreichischer Seite, musste eine Vignette an der Tankstelle gekauft werden.

Ab dem Allgäu lag hoher Schnee, womit wir nicht mehr gerechnet hatten. Es folgte die weitere Fahrt über den Fernpass. Weiter ging es dann über Innsbruck, hier im Tal war der Schnee wieder weg, und von dort an nur noch südlich bis Brixen. Neben der Vignette mussten wir sowohl in Österreich als auch – in geringerem Umfang – in Italien Maut bezahlen.

In Brixen mussten wir uns mithilfe eines modernen Satellitensystems durch mehrere Kreisel lotsen lassen und verließen das Tal wieder rauf zum Zielort nach Pinzagen auf 800 m. Wir erreichten unser Ziel rund eine halbe Stunde früher als geplant, klingelten am Sigmundhof, wurden freundlich empfangen und in die Ferienwohnung eingeführt. Den Friedhof als Kirchhof rund um die kleine Kirche / Kapelle St. Ulrich habe ich sofort gesichtet. Ehrlich gesagt habe ich nicht damit gerechnet, dass dieser kleine Ort einen eigenen Friedhof hat.

Nachdem wir die Wohnung bezogen hatten, richteten wir uns zunächst ein. Ich bekam das Kinderzimmer mit zwei Betten. Roman bezog das Zimmer mit Doppelbett –weil er nachts gern quer im Bett schläft. Beide Zimmer haben Zugang zum Balkon. Vom Balkon aus bot sich ein weiter Blick über die Dächer der gegenüberliegenden Häuser bis hin zu den schneebedeckten Gipfeln auf der anderen Talseite.

Dann fuhren wir zurück ins Tal nach Brixen, besuchten den Supermarkt, kauften für das Abendessen und das Frühstück des nächsten Tages ein. Meinem Gefühl zufolge sind hier die Preise etwas niedriger als in der Heimat. Nach einer gewissen Zeit der Parkplatzsuche wurden wir fündig in der Fallmerayer Straße. Von hier aus: Erster Bummel durch Brixen. Laubengänge, Kopfsteinpflaster. Es war sonnig, aber doch windig-kalt. In den Gassen der Stadt sowie in der Höhe bei Pinzagen gleichermaßen. Der Frühling war bereit, brauchte aber noch 2-3 Tage. Pünktlich zu Ostern wird es hier warm.

Zurück in Pinzagen, es dämmerte, die Sonne war hinter der Höhe verschwunden – leuchtete aber nach wie vor die Bergspitzen auf der Höhe der gegenüberliegenden Bergkette an!

Ich lief nochmal alleine im kleinen Ort umher, ging zum Kuhstall des Sigmundhof, ging zum Friedhof. Es war aber bereits zu duster. Blicke ins Tal auf Brixen.

Abendessen. Roman hat gekocht. Geflügelgeschnetzeltes in Carbonara-Soße. In der Küche steht ein Fernseher. Und zum Abschluss des Tages fand ich meinen Tourenplaner nicht, weswegen ich diese Zeilen auf Umschlagpapier schrieb und später einklebte.

 

Den Planer hatte ich allerdings doch dabei. Ich hatte ihn lediglich an einem ungewohnten Ort verstaut.

Unterwegs auf dem Motorschlitten in den Dolomiten
Unterwegs auf dem Motorschlitten in den Dolomiten

2. Tag, 1.April 2026

 

Um das sonnige Wetter sofort auszunutzen, besprachen wir uns dahingehend, heute die Drei Zinnen zu besuchen und zu erwandern. Nach dem gemeinsamen Frühstück in der Ferienwohnung fuhren wir durch das Pustertal über Toblach unserem Ziel entgegen. Bis zur Auronzo-Hütte drangen wir mit dem Auto nicht vor, denn der Weg war bereits ab dem großen Parkplatz – schneebedingt – gesperrt. Von hier aus wurden die Touristen mit Motorschlitten bis zur Auronzo-Hütte gebracht. 40 Euro pro Person für Hin- und Rückfahrt – okay. Touristen müssen bluten. Allerdings war die für uns erstmalige Mitfahrt auf einem solchen Gefährt sehr interessant. In dieser Situation war ich froh, den windabweisenden Nässeschutz der Bundeswehr dabei zu haben. Die Fahrt war zügig und zugig.

An der Hütte angekommen fanden wir auch sofort den dort beginnenden Rundweg um die Drei Zinnen. Die Sonne schien tadellos und wurde intensiv vom Schnee reflektiert. Der Wind blies böig um die Zinnen und der Weg war schnee- und eisbedeckt. Wir liefen immer dort, wo die Fußspuren der vor uns hier Wandernden einen passablen Weg vorgaben. Wich man nur etwas ab, versackte man bis zum Knie im hohen Schnee. So zogen wir langsam und bedächtig - ich fotografierend, Roman seine Wanderstöcke schwingend - gegen den Uhrzeigersinn um die Drei Zinnen herum bis zu einer Kapelle. Hier entdeckte ich außerdem einen Gedenkstein für einen verstorbenen italienischen Soldaten aus der Zeit des Ersten Weltkriegs. Leider war die Kapelle nicht zugänglich.

Weiter ging die Wanderung und es kam uns ein Führer auf Schneeschuhen entgegen (er führte zwei Chinesen). Eine kurze Unterhaltung mit ihm machte uns deutlich, dass eine komplette Umrundung der Drei Zinnen nicht möglich sein wird, denn: der Weg auf der Nordseite galt als noch unpassierbarer, dort war noch keine wärmende Sonne, dort wurde es (noch) windiger und dadurch kühler – und natürlich hörten wir auf diesen gutgemeinten Rat. Bis auf den Sattel würde man kommen, so teilte er uns noch mit – und dann stapften sie auf ihren Schneeschuhen mit Spikes weiter über den gefrorenen Schnee. Auch wir gingen weiter bis zur nächsten (zu dieser Zeit unbewirtschafteten) Hütte, an der auch der Aufstieg auf den besagten Sattel begann. Wir aber verzichteten, blieben bei dieser Hütte und ich packte den Camping-Kocher aus. Was gab es zu essen? Von meinen Argonnen-Touren her hatte ich ein frz. EPA dabei, das mir einst von Michael überlassen wurde. Jetzt war es an der Zeit, alles auszupacken und ein Paella-Gericht zu erhitzen. Roman konnte einer solchen Verpflegung wenig abgewinnen und verzichtete dankend.

Nach erfolgter Rast traten wir den Rückzug an. Es galt auch, das letzte Schneemobil ins Tal zu bekommen – dafür hatten wir ja bezahlt und wir wollten nicht kilometerweit zum Auto zurücklaufen. Auch aus diesem zeitlichen Grund heraus hatte sich eine komplette Umrundung der Drei Zinnen erübrigt.

An der Auronzo-Hütte warteten wir auf den Motorschlitten. Von hier oben konnte man auch mit Leihschlitten bis ins Tal zurückrodeln. Dieses Angebot wurde aber mehr von Paaren wahrgenommen und und meist schien die Initiative von den Frauen auszugehen.

Interessant war es auch, eine chinesische Reisegruppe zu beobachten, die hier oben für Fotos posierte. Von der Terrasse der Auronzo-Hütte wurden sie zudem von ihrem Reiseführer beobachtet, der wohl auch in der Rolle eines Aufpassers fungierte.

Mit drei Frauen aus Hannover auf dem Motorschlitten, eine war sehr hübsch, düsten wir ins Tal zurück – und überholten die Rodler.

Auf dem Parkplatz sortierten wir uns kurz, bis wir wieder etwas aufgewärmt und fahrtauglich waren.

Hier sah man viele gemietete Camper und sonstige Reisemobile geparkt. Die Gastronomie war geschlossen. Die Saison hier oben geht wohl nur so, wie man sich auch in Bezug auf die Winterreifen orientiert: Von Ostern bis Oktober – wenn überhaupt.

Auf gleichem Weg ging es zurück, bis wir rechterhand einen Festungsbau (Werk Landro) passierten. Hier wurde dankenswerterweise kurz gehalten und ich konnte mir die Anlage im Schweinsgalopp fotografisch erschließen. Die alten Mauern sah ich ja bereits auf der Hinfahrt.

Ein paar hundert Meter weiter entlang der sog. Höhlensteinstraße auf Toblach zu liegt linkerhand ein österreichisch-ungarischer Soldatenfriedhof (Nasswand) am Hang, den ich mir auch genauer ansehen und fotografieren konnte. Er liegt hier in unmittelbarer Nähe zum damaligen Hauptverbandplatz (Erster Weltkrieg).

Nun fuhren wir wieder über Toblach zurück nach Brixen. Die Straße im Tal war arg frequentiert, von PKW und LKW gleichermaßen, sodass man letztlich stets einem LKW hinterherfuhr. Wo es zügiger gehen konnte, war die Fahrt durch Tempolimits reglementiert. Für uns war das aber in Ordnung, wir wollten ja viele Eindrücke von der Landschaft sammeln.

In Brixen haben wir uns nochmal andere Ecken der Stadt angesehen, suchten den Supermarkt auf und fuhren anschließend nach Pinzagen zurück.

An diesem Abend wanderte ich alleine aus dem Ort hinaus, am Stall des Sigmundhofs vorbei auf dem dortigen Teilabschnitt des Keschtenwegs. Mein Ziel war die Kapelle St. Cyrill. Der Weg war wunderschön. Im Sommer unter vollem Laub sicher noch schöner. Ausgesprochen dicke Eichen säumen den Weg und zur Rechten wandert der Blick ins Tal. An einer Stelle vernahm ich Kuhglockengeläut, um nach der nächsten Biegung festzustellen, dass es Ziegen waren, die diese Glocken trugen. Stützmauern, Osterglocken, Wegkreuze.

Nach dem Besuch der Kapelle stieg ich nochmal weiter hangaufwärts bis nach Tils, passierte vor dem Ortseingang eine Kuhweide in Hanglage mit interessiert wirkenden Rindern. Von Tils ging ich entlang der Landstraße in Serpentinen bergab zurück nach Pinzagen.

 

Wie bereits am Vortag lag auch an diesem Abend ein wunderschönes Alpenglühen über den Gipfeln der gegenüberliegenden Talseite.

so lecker
so lecker

3. Tag, 2.April 2026

 

Bereits um 7 Uhr stand das bestellte Frühstück vor der Tür – allerdingshabe ich nur einen kleinen Teil des reichhaltigen Angebots genutzt. Aber: Toll, dass man hier als Gast einer Ferienwohnung ein Frühstück bekommen kann. Ausschließlich regionale Produkte aus heimischer Produktion! So bekam ich zwei Eier mit jeweils zwei Dottern, eine Flasche Rohmilch, mehrere Dinkelbrötchen, Marmelade (Zwetschgen und Marille) und Honig für zuhause.

Um 9 Uhr war Abfahrt von Pinzagen nach Karthaus. Die Fahrt ging nun in entgegengesetzter Richtung, bei gleichbleibender Verkehrslage, über Bozen und Meran. Natürlich hätten wir auch die parallel verlaufende Autobahn nehmen können – deren Nutzung kostet aber Geld, und außer Lärmschutzwänden sieht man nichts.

Hinter Meran ging es nordwärts in ein enges Seitental, das Schnalstal, bis hinauf nach Karthaus. Viele Kurven, imposante Hänge.

Das Dorf geht in seinen Ursprüngen auf das im 14. Jahrhundert gegründete Kartäuserkloster Allerengelberg zurück. 1782 wurde das Kloster im Rahmen der Josephinischen Reformen aufgehoben und in der Folge verkauft. In den Baulichkeiten siedelten sich anschließend Bauern und Handwerker an – aus dem ehemaligen Kloster entstand das heutige, gut zu besichtigende Dorf Karthaus.

In Karthaus habe ich dann sofort den Friedhof gefunden, der mir im Februar von einer Frau in München empfohlen wurde. In Südtirol wird neben den Grabsteinarbeiten eines Steinmetz traditionell auch auf die Arbeit des Kunstschmieds zurückgegriffen. Und hier in Karthaus gibt es einen solchen in zweiter oder dritter Generation, der seine schmiedeeisernen Kreuze mit sehr kunstvollen Applikationen aus dem Evangelium ausgestaltet. Darüber hinaus gibt es hier auch sehr viele Inschriften auf Marmor-Platten zu sehen – Laaser Marmor genannt, oder auch das „weiße Gold“ aus dem Vinschgau. Anschließend besichtigten wir die öffentlich zugänglichen Bereiche des ehem. Karthäuser-Kloster vor Ort. Hier kann man schön durch den überdachten Kreuzgang wandeln, an den ehemaligen Türen der Wohnbereiche vorbei auf der Suche nach Motiven in Licht und Schatten.

Auf der Suche nach einer Toilette in Karthaus bin ich der Beschilderung folgend im Kellergeschoss des Dorfgemeinschaftshauses am Ortsrand gelandet. Kurz darauf sah ich einen Mann mit einer Art Gestell als Transportmöglichkeit auf dem Rücken, der darauf einiges an Holz transportierte. Hierbei handelte es sich aber nicht um eine geflochtene Kiepe, sondern ein V-förmiges Tragegestell mit Schultergurten. In dessen Vertiefung war eine erstaunliche Menge Brennholz aufgestapelt.

Was es hier noch zu erwähnen gilt: Die Heißgetränke auf der Terrasse des Hotels Goldene Rose können wir sehr empfehlen.

Dann fuhren wir zurück, das Tal wieder bergab bis nach Meran. Hier wurde zur frühen Mittagszeit der Friedhof angesteuert. Und zu meinem Leidwesen waren der separate jüdische Friedhof und der österreichisch-ungarische Soldatenfriedhof verschlossen. Umgehend stand ich in der Friedhofsverwaltung und habe vergebens an mehreren Türen geklopft, bevor ich den Hinweis las, dass erst ab 14 Uhr wieder geöffnet wird. Solange konnten und wollten wir aber nicht warten, darum habe ich mir nur schnell den allgemeinen Friedhofsteil fotografisch erschlossen – dann musste die Fahrt auch weitergehen.

Nach einem kleinen Umweg erreichten wir den Parkplatz am Schloss Trauttmannsdorf, einem weitläufigen botanischen Garten in Hanglage. Wir aber gingen zur Pizzeria Tanner, wo man uns sehr freundlich auf der Terrasse empfing. Bis 14 Uhr war geöffnet und wir kamen gerade just in time. Ich bestellte mir ein „Heferl“ und eine Pizza nach Art der Zigeuner. Scharf, groß, lecker. Sardellen, Peperoni-Wurst. Äußerst geschmacksintensiver Belag – ich war vom Tomatenmark und den Paprika-Streifen begeistert. Roman war ebenso begeistert von seiner Holzfäller-Pizza. Für beide außerordentlich großen Pizzen, Weizenbier, Cola und zwei Espresso haben wir alles in allem 35 Euro bezahlt. Wir empfehlen die Pizzeria Tanner in der Dantestraße in jedem Fall vorbehaltlos weiter. www.pizzeriatanner.it

Nach der Mittags-Rast ging es dann in einem halbstündigen Fußmarsch durch den Vorort Obermais bis in die Stadtmitte von Meran. Unterwegs haben wir die Kirche St. Georg in Obermais besichtigt, bevor es über die Brücke (der Fluss darunter heißt Passer) in die Stadtmitte ging.

Innenstadt kreuz und quer, Laubengänge, Marktstände. Warm und windig. Entlang der wenig Wasser führenden Passer promenierten hier die Touristen und Kurgäste.

Den ganzen Weg mussten wir logischerweise auch wieder zurückgehen zum Auto. Hier traf ich noch jemanden, der mich auf unser KFZ-Kennzeichen ansprach. Er kam aus Beckingen und war sehr glücklich darüber, jemanden aus der Heimat in der Fremde anzutreffen.

Im urbanen Bozen haben wir noch einen Supermarkt aufgesucht. Und ich erinnere mich rückblickend an die Schwierigkeit den Anweisungen von Google Maps als Navi so zu folgen, dass wir nicht auf die Autobahn gerieten und auf der mautfreien Nebenstrecke bleiben konnten.

 

Auch die literarische Beschreibung einer Landstraße wäre einmal ein reizvolles Projekt – sei es aus der Perspektive eines Beobachters am Straßenrand oder aus dem fahrenden Auto heraus. In Erinnerung bleibt auch die Fülle der Tankstellen – alle paar Kilometer kam eine.

Heilig-Kreuz-Kirche Kloster Klausen Südtirol
Totentanz

4. Tag, 3.April 2026

 

Heute ging die Fahrt durch Brixen hindurch und auf der anderen Talseite hinauf in die Berge. Das Ziel der Wanderung an diesem Tag war eine Umrundung des Peitlerkofel – allerdings kamen wir hier nie an, da die Straße gesperrt war. Ausgangspunkt wäre die Ütia de Börz am Würzjoch gewesen, aber unverrichteter Dinge kehrten wir um und fuhren auf gleichem Weg zurück ins Tal nach Brixen.

Neues Ziel: Kloster Säben bei Klausen. Auf dem Weg hierher haben wir uns aber ziemlich verfranst, fuhren kreuz- und quer am Hang entlang und strandeten erstmal in Latzfons. Während Roman die Bäckerei aufsuchte, ging ich auf den Friedhof mit herrlicher Aussicht. Anschließend besichtigten wir die Kirche St. Jakob gemeinsam, bevor wir auf die andere Straßenseite ins örtliche Lokal wechselten. Es folgten Heißgetränke auf der Terrasse – hier war sogar etwas Trubel und Betriebsamkeit.

Von hier oben stürzten wir uns dann wieder runter ins Tal. Wir fanden eine Burg, die aber in privater Hand nicht zu besichtigen war. Im Tal kamen wir dann in Klausen auf dem dortigen zentralen Parkplatz an und fanden von hier aus, nach einer kurzen Phase der Orientierung, den Aufstieg zum Kloster Säben.

Der Weg hierauf war zuerst vom steilen Aufstieg über Treppen noch innerhalb der innerstädtischen Bebauung geprägt. Zwischen hohen Mauern ging es dann in Serpentinen weiter bergauf. Viel wärmer hätte es an diesem sehr sonnigen Tag auch nicht sein dürfen.

Die Gestaltung, insbesondere die Ausmalung der Heilig-Kreuz-Kirche, ist in der Betrachtung sehr lohnenswert. Vor allem eine Darstellung des Totentanzes fand ich sehr interessant.

Zurück am Fuße des Berges in Klausen am zentralen Platz wurde eingekehrt und ich habe doch mal ein Bier getrunken. Gegönnt. Durch die kleine Altstadt gingen wir dann die zentrale Fußgängerzone einmal hin und einmal her. Danach ging es zurück nach Brixen.

Wo ich hier vor Ort mittlerweile dringend hin musste: der Friedhof. Der Stadtfriedhof in Brixen kann unter zwei Stunden leider nicht sinnvoll besichtigt werden. Unter 500 Fotos geht man hier auch nicht wieder weg.

Anschließend besichtigten wir noch die Teile der Innenstadt, die wir bislang noch nicht gesehen hatten. Den Abschluss bildete eine Pizza Rusticale und etwa 20 bis 25 Päckchen an Olivenöl wechselten hier in dieser Gastronomie kostengünstig den Besitzer. Das Öl wird hier angeboten wie bei uns Senf, Mayonnaise und Ketchup.

Auf dem Weg zum Auto sahen wir überflüssigerweise, wie ein kleines Mädchen fast angefahren wurde. Sie rannte über die Straße und war dabei mehr auf ihre Familie fixiert, als auf den Verkehr. Es war knapp.

Die Fahrt zurück den Berg rauf nach Pinzagen war uns mittlerweile sehr vertraut. Oben angekommen ging ich ein letztes Mal alleine auf Wanderung – wieder auf dem Keschtenweg. Diesmal ging ich aber nicht bis zur Kapelle St. Cyrill, sondern bog vorher links ab den steilen Weg rauf nach Tils. Erneut grüßten die freundlichen Kühe linkerhand und standen mir Modell. An dieser Stelle habe ich auch mal wieder einen großen Stein mitgenommen. Also mitgeschleppt und mit nach Hause genommen.

In Tils war nun auch sofort der Friedhof das Ziel meiner fotografischen Bemühungen. Er liegt hier, wie in Pinzagen, als Kirchhof rund um die Kirche.

 

Bei fortgeschrittener Dämmerung ging ich durch den Ort und die gewohnte Route an der Straße entlang bergab zurück nach Pinzagen.

Pinzagen Brixen
Blick ins Tal nach Brixen

5. Tag, Rückreise am 4. April 2026

 

Für das Frühstück am letzten Tag habe ich das Frühstücks-Buffet für zwei Personen bestellt. Ein Geschmackserlebnis.

Aufräumen, Packen, Fegen. Bezahlen, Verabschieden, Abfahrt. Wir fuhren dieselbe Strecke zurück – nur war es diesmal mühsam und zeitintensiv den Fernpass zu überqueren.

Eine längere Rast legten wir auf dieser Rückfahrt in Blaubeuren ein, besuchten den Blautopf und den Dönermann dortselbst. Leider war zu dieser Zeit das das gesamte touristische Areal rund um den Blautopf von Baumaßnahmen geprägt.

 

Und dem Falafel-Teller mussten zwei Brötchen im Auto folgen, damit der Hunger besiegt wurde.